Texte

Abends, will ich schlafen gehn (Abendsegen)
Es fiel ein Reif

Abends, will ich schlafen gehn,
Vierzehn Engel um mich stehn:
Zwei zu meinen Häupten,
Zwei zu meinen Füßen,
Zwei zu meiner Rechten,
Zwei zu meiner Linken,
Zweie die mich decken,
Zweie die mich wecken,
Zweie die mich weisen
Zu Himmels Paradeisen!

 

Musik: Engelbert Humperdinck (1854–1921), 1893. Aus der Oper „Hänsel und Gretel“.

Text: Adelheid Wette (1858–1916) nach dem Volkslied „Abends, wenn ich schlafen geh“
aus „Des Knaben Wunderhorn“.

Dat du min Leevsten büst
Lenz

1. Dat du min Leevsten büst,
Dat du wull weest.
Kumm bi de Nacht, kumm bi de Nacht,
Segg, wo du heest!

2. Kumm du um Middernacht,
Kumm du Klock een!
Vader slöpt, Moder slöpt,
Ick slaap alleen.

3. Klopp an de Kamerdör,
Fat an de Klink!
Vader meent, Moder meent,
Dat deit de Wind.

4. Kummt denn de Morgenstund,
Kreiht de ol Hahn,
Leevster min, Leevster min,
Denn mößt du gahn!

5. Sachen den Gang henlank,
Lies mit de Klink!
Vader meent, Moder meent,
Dat deit de Wind.

 

Melodie und Text: trad. (Ende 18. Jahrhundert)

Der Mond ist aufgegangen
Lenz

1. Der Mond ist aufgegangen,
Die goldnen Sternlein prangen
Am Himmel hell und klar;
Der Wald steht schwarz und schweiget
Und aus den Wiesen steiget
Der weiße Nebel wunderbar.

2. Wie ist die Welt so stille
Und in der Dämm’rung Hülle
So traulich und so hold,
Als eine stille Kammer,
Wo ihr des Tages Jammer
Verschlafen und vergessen sollt.

3. Seht ihr den Mond dort stehen?
Er ist nur halb zu sehen
Und ist doch rund und schön!
So sind wohl manche Sachen,
Die wir getrost verlachen,
Weil unsre Augen sie nicht sehn.

Melodie: Johann Abraham Peter Schulz (1790)
Text: Matthias Claudius (1778)

Die Gedanken sind frei
Es fiel ein Reif

1. Die Gedanken sind frei!
Wer kann sie erraten?
Sie fliehen vorbei,
Wie nächtliche Schatten.
Kein Mensch kann sie wissen,
Kein Jäger erschießen,
Es bleibet dabei:
Die Gedanken sind frei.

2. Ich denke, was ich will
Und was mich beglücket,
Doch alles in der Still
Und wie es sich schicket.
Mein Wunsch und Begehren
Kann niemand verwehren,
Es bleibet dabei:
Die Gedanken sind frei!

3. Und sperrt man mich ein
Im finsteren Kerker,
Das alles sind rein vergebliche Werke
Denn meine Gedanken
Zerreißen die Schranken
Und Mauern entzwei:
Die Gedanken sind frei!

4. Drum will ich auf immer
Den Sorgen entsagen
Und will mich auch nimmer
Mit Grillen mehr plagen.
Man kann ja im Herzen
Stets lachen und scherzen
Und denken dabei:
Die Gedanken sind frei!

18. Jahrhundert. Erstdruck des Textes (um 1780), des Textes mit Melodie (um 1815).
Der Text des Liedes war in Deutschland mehrmals verboten.

Die Nachtigall
Es fiel ein Reif

1. Das macht, es hat die Nachtigall
Die ganze Nacht gesungen.
Da sind von ihrem süßen Schall,
Da sind in Hall und Widerhall,
Die Rosen aufgesprungen.

2. Sie war doch sonst ein wildes Blut,
Nun geht sie tief in Sinnen.
Trägt in der Hand den Sommerhut
Und duldet still der Sonne Glut
Und weiß nicht was beginnen.

 

Musik: Alban Berg (1885–1935), 1907
Text: Theodor Storm (1817–1888), 1864

Du, du liegst mir im Herzen
Lenz

1. Du, du liegst mir im Herzen,
Du, du liegst mir im Sinn!
Du, du machst mir viel Schmerzen,
Weißt nicht, wie gut ich dir bin.
Ja, ja, ja, ja,
Weißt nicht, wie gut ich dir bin.

2. So, so wie ich dich liebe,
So, so liebe auch mich!
Die, die zärtlichsten Triebe,
Fühl’ ich allein nur für dich!
Ja, ja, ja, ja,
Fühl’ ich allein nur für dich!

3. Doch, doch darf ich dir trauen,
Dir, dir mit leichtem Sinn?
Du, du kannst auf mich bauen,
Weißt ja wie gut ich dir bin!
Ja, ja, ja, ja,
Weißt ja wie gut ich dir bin!

4. Und, und wenn in der Ferne,
Mir, mir dein Bild erscheint,
Dann, dann wünscht’ ich so gerne,
Dass uns die Liebe vereint!
Ja, ja, ja, ja,
Dass uns die Liebe vereint!

 

Melodie und Text: trad. (Anfang 19. Jahrhundert)

Es fiel ein Reif in der Frühlingsnacht (Blaublümelein)
Es fiel ein Reif

1. Es fiel ein Reif in der Frühlingsnacht.
Er fiel auf die zarten Blaublümelein;
Sie sind verwelket, verdorret.

2. Ein Knabe hatte ein Mädchen lieb.
Sie flohen beide von Hause fort,
Es wussten nicht Vater noch Mutter.

3. Sie sind gewandert wohl hin und her,
Sie hatten nirgends Glück noch Stern,
Sie sind verdorben, gestorben.

4. Auf ihrem Grab Blaublümlein blühn,
Umschlingen sich zart wie sie im Grab,
Der Reif sie nicht welket, nicht dorret.

 

Text: Verfasser unbekannt, aufgeschrieben von Anton Florentin von Zuccalmaglio (1823), auch Zuccalmaglio (1803–1869) zugeschrieben, 1825. Text nach „Des Knaben Wunderhorn“, 4. Band, 1854 (dort ohne die 4. Strophe).
Melodie: Nach dem elsässischen Volkslied „Es fuhr ein Fuhrknecht übern Rhein“ (1807).

Es geht ein dunkle Wolk herein
Lenz

1. Es geht ein dunkle Wolk herein,
Mich deucht, es wird ein Regen sein,
Ein Regen aus den Wolken
Wohl in das grüne Gras.

2. Und scheinst du, liebe Sonn, nit bald,
So weset all’s im grünen Wald,
Und all die müden Blumen,
Die haben müden Tod.

3. Es geht ein dunkle Wolk herein,
Es soll und muss geschieden sein.
Ade, Feinslieb, dein Scheiden
Macht mir das Herze schwer.

Melodie und Text: trad. (17. Jahrhundert)

Es ist ein Schnitter
Es fiel ein Reif

1. Es ist ein Schnitter, der heißt Tod.
Hat G'walt vom großen Gott.
Heut' wetzt er das Messer,
es schneid't schon viel besser,
bald wird er dreinschneiden,
wir müssen's nur leiden:
Hüt' dich, schön's Blümelein.

2. Was heut' noch frisch und blühend steht,
wird morgen weggemäht.
Die edlen Narzissen,
die Zierden der Wiesen,
die schön' Hyazinthen,
die türkischen Binden:
Hüt' dich, schön's Blümelein.

3. Viel hunderttausend ungezählt,
was unter die Sichel fällt:
Rot' Rosen, weiß' Liljen,
beid' wird er austilgen,
ihr Kaiserkronen,
man wird euch nicht schonen:
Hüt' dich, schön's Blümelein.

4. Trutz Tod! Komm' her, ich fürcht' dich nit!
Trutz, komm' und tu deinen Schnitt.
Wann Sichel mich letzet,
so werd' ich versetzet
in himmlischen Garten:
Darauf tu ich warten.
Freu' dich, schön's Blümelein!

17. Jahrhundert, Verfasser unbekannt. Erstdruck 1638.

Es saß ein klein wild Vögelein
Es fiel ein Reif

1. Es saß ein klein wild Vögelein
auf einem grünen Ästchen;
es sang die ganze Winternacht,
die Stimm tat laut erklingen.

2. Sing du mir mehr, sing du mir mehr,
du kleines wildes Vöglein!
Ich will um deine Federchen
dir Gold und Seide winden.

3. Behalt dein Gold und deine Seid,
ich will dir nimmer singen;
ich bin ein klein wild Vögelein,
und niemand kann mich zwingen.

4. Geh du herauf aus diesem Tal,
der Reif wird dich auch drücken.
Drückt mich der Reif, der Reif so kalt,
Frau Sonn wird mich erquicken.

Ein Minnelied aus Siebenbürgen, die Weise entstand bereits vor 1516. Den Text hat der Volksliedforscher Franz Magnus Böhme 1893 ins Hochdeutsche übertragen.

Es waren zwei Königskinder
Lenz

1. Es waren zwei Königskinder,
Die hatten einander so lieb,
Sie konnten beisammen nicht kommen,
Das Wasser war viel zu tief.

2. „Ach Liebster, könntest du schwimmen,
So schwimm doch herüber zu mir!
Drei Kerzen will ich anzünden,
Und die soll’n leuchten dir.“

3. Das hört’ ein falsches Nönnchen,
Die tat, als wenn sie schlief;
Sie tät die Kerzen auslöschen;
Der Jüngling ertrank so tief.

4. „Ach Fischer, lieber Fischer,
Willst dir verdienen groß’ Lohn?
So wirf dein Netz ins Wasser
Und fisch’ mir den Königssohn!“

5. Der Fischer wohl fischte lange,
Bis er den Toten fand:
“Sieh da, du liebliche Jungfrau,
Hast hier deinen Königssohn!“

6. Sie schloss ihn in ihre Arme
Und küsst’ seinen bleichen Mund.
„Ach Mündlein könntest du sprechen,
So wär mein jung Herze gesund.“

7. Es musst’ ihr das Herze brechen,
Sank in den Tod zur Stund’.

Melodie: trad.
Text: trad. (die Wurzeln liegen im 15. Jahrhundert)

Ich bin der Welt abhanden gekommen
Es fiel ein Reif

1. Ich bin der Welt abhanden gekommen,
Mit der ich sonst so viele Zeit verdorben,
Sie hat so lange nichts von mir vernommen,
Sie mag wohl glauben, ich sei gestorben!

2. Es ist mir auch gar nichts daran gelegen,
Ob sie mich für gestorben hält,
Ich kann auch gar nichts sagen dagegen,
Denn wirklich bin ich gestorben der Welt.

3. Ich bin gestorben dem Weltgetümmel,
Und ruh' in einem stillen Gebiet!
Ich leb' allein in meinem Himmel,
In meinem Lieben, in meinem Lied!

Musik: Gustav Mahler (1860–1911), 1901
Text: Friedrich Rückert (1788–1866)

Ich hab die Nacht geträumet
Lenz

1. Ich hab’ die Nacht geträumet
Wohl einen schweren Traum;
Es wuchs in meinem Garten
Ein Rosmarienbaum.

2. Ein Kirchhof war der Garten,
Ein Blumenbeet das Grab,
Und von dem grünen Baume
Fiel Kron’ und Blüte ab.

3. Die Blüten tät ich sammeln,
In einen goldnen Krug;
Der fiel mir aus den Händen,
Dass er in Stücke schlug.

4. Draus sah ich Perlen rinnen
Und Tröpflein rosenrot.
Was mag der Traum bedeuten?
Ach, Liebster, bist du tot?

Melodie: trad. (Mitte 18. Jahrhundert)
Text: trad.

Ich weiß nicht, was soll es bedeuten (Lorelei)
Es fiel ein Reif

1. Ich weiß nicht, was soll es bedeuten,
Dass ich so traurig bin;
Ein Märchen aus alten Zeiten,
Das kommt mir nicht aus dem Sinn.
Die Luft ist kühl und es dunkelt,
Und ruhig fließt der Rhein;
Der Gipfel des Berges funkelt
Im Abendsonnenschein.

2. Die schönste Jungfrau sitzet
Dort oben wunderbar;
Ihr gold’nes Geschmeide blitzet,
Sie kämmt ihr goldenes Haar.
Sie kämmt es mit goldenem Kamme
Und singt ein Lied dabei;
Das hat eine wundersame,
Gewalt’ge Melodei.

Lorelei singt: (Text: Hub Hildenbrand)
„Lausche meinem süßen Singen
Komm näher, Schiffer, her zu mir
Lass Dein Kahn zu mir Dich bringen
Sollst stillen Deine Sehnsucht hier!“

3. Den Schiffer im kleinen Schiffe,
Ergreift es mit wildem Weh;
Er schaut nicht die Felsenriffe,
Er schaut nur hinauf in die Höh’.
Ich glaube, die Wellen verschlingen
Am Ende Schiffer und Kahn;
Und das hat mit ihrem Singen
Die Lorelei getan.

Melodie: Friedrich Silcher (1789–1860), 1837
Text: Heinrich Heine (1797–1856), 1824
zusätzlicher Text: Hub Hildenbrand

Kein schöner Land
Es fiel ein Reif

1. Kein schöner Land in dieser Zeit,
Als hier das unsre weit und breit,
Wo wir uns finden
Wohl unter Linden
Zur Abendzeit.

2. Kein schöner Land in dieser Zeit,
Als wo die Menschen sind bereit,
Sich zu verbinden
Und sich zu finden
In Menschlichkeit,

3. Die Welt in Elend und in Not,
Sie schaut ein neues Morgenrot.
Sie wird befreien
Und wird erneuen,
Was tief in Not.

Melodie und Text (1. Strophe): Anton Wilhelm von Zuccalmaglio (1803–1869), nach einer älteren Melodie, in: Kretzschmer/Zuccalmaglio, „Deutsche Volkslieder mit ihren Original-Weisen“, Berlin 1838–1840.
Text (2. und 3. Strophe): Umdichtung von Ernst Heinrich Bethge (1878-1944), Pseudonym: Lobo Frank, 1929.

Nun will der Lenz uns grüßen
Lenz

1. Nun will der Lenz uns grüßen,
Von Mittag weht es lau;
Aus allen Ecken sprießen
Die Blumen rot und blau.
Draus wob die braune Heide
Sich ein Gewand gar fein
Und lädt im Festtagskleide
Zum Maientanze ein.

2. Waldvöglein Lieder singen,
Wie ihr sie nur begehrt,
Drum auf zum frohen Springen,
Die Reis’ ist Goldes wert!
Hei, unter grünen Linden,
Da leuchten weiße Kleid’!
Heija, nun hat uns Kinden
Ein End’ all’ Wintersleid.

Melodie: trad. (Urform der Melodie Mitte 16. Jahrhundert)
Text: Übertragung von Karl Ströse (1878), frei nach Neidhart von Reuental (13. Jahrhundert)

Sah ein Knab ein Röslein stehn (Heidenröslein)
Es fiel ein Reif

1. Sah ein Knab ein Röslein stehn,
Röslein auf der Heiden,
War so jung und morgenschön;
Lief er schnell, es nah zu sehn,
Sah's mit vielen Freuden.
Röslein, Röslein, Röslein rot,
Röslein auf der Heiden.

2. Knabe sprach: „Ich breche dich,
Röslein auf der Heiden!“
Röslein sprach: „Ich steche dich,
Dass du ewig denkst an mich,
Und ich will's nicht leiden.“
Röslein, Röslein, Röslein rot,
Röslein auf der Heiden.

3. Und der wilde Knabe brach
’S Röslein auf der Heiden;
Röslein wehrte sich und stach,
Half ihm doch kein Weh und Ach,
Musst’ es eben leiden.
Röslein, Röslein, Röslein rot,
Röslein auf der Heiden.

Melodie: Heinrich Werner (1800–1833), 1829
Text: Johann Wolfgang von Goethe (1749–1832), 1771

Schwesterlein, wann gehn wir nach Haus
Es fiel ein Reif

1. „Schwesterlein, Schwesterlein, wann gehn wir nach Haus?“
“Morgen, wenn die Hahnen krähn,
Woll’n wir nach Hause gehn,
Brüderlein, Brüderlein, dann gehn wir nach Haus!“

2. „Schwesterlein, Schwesterlein, wann gehn wir nach Haus?“
“Früh, wenn der Tag anbricht,
Eh end’t die Freude nicht,
Brüderlein, Brüderlein, der fröhliche Braus.“

3. „Schwesterlein, Schwesterlein, wohl ist’s an der Zeit.“
“Mein Liebster tanzt mit mir,
Geh ich, tanzt er mit ihr,
Brüderlein, Brüderlein, lass du mich heut!.“

4 „Schwesterlein, Schwesterlein, was bist du so blass?“
“Das macht der Morgenschein
Auf meinen Wängelein,
Brüderlein, Brüderlein, die vom Taue nass.“

5. „Schwesterlein, Schwesterlein, du wankest so matt!“
“Suche die Kammertür,
Suche mein Bettlein mir.
Brüderlein, es wird fein unterm Rasen sein.“

Melodie und Text: aus Kretzschmer/Zuccalmaglio, „Deutsche Volkslieder mit ihren Original-Weisen“ (Berlin, 1838–1840)

So treiben wir den Winter aus
Lenz

1. So treiben wir den Winter aus,
Durch unsre Stadt zum Tor hinaus
Und jagen ihn zuschanden,
Hinweg aus unsern Landen.

2. Wir stürzen ihn von Berg zu Tal,
Damit er sich zu Tode fall’.
Wir jagen ihn über die Heiden,
Dass er den Tod muss leiden.

3. Wir jagen den Winter vor die Tür,
Den Sommer bringen wir herfür,
Den Sommer und den Maien,
Die Blümlein mancherleien.

Melodie und Text: trad. (Mitte 16. Jahrhundert)

Vöglein fliegt dem Nestchen zu
Es fiel ein Reif

1. Vöglein fliegt dem Nestchen zu,
hat sich müd geflogen;
Schifflein sucht im Hafen Ruh
vor den wanken den Wogen.

2. Sonne denkt nun auch, sie hätt
lang genug geschienen,
legt sich in ihr Himmelbett
mit den roten Gardinen.

3. Vöglein sitzt im warmen Nest,
Schifflein liegt im Hafen,
Sonne schläft schon tief und fest,
auch mein Kind will schlafen.

Melodie: Peter Cornelius (1824–1874), Nr. 3 aus „Sechs Lieder“ Opus 1
Text: vom Komponisten (1853)

Zogen einst fünf wilde Schwäne
Es fiel ein Reif

1. Zogen einst fünf wilde Schwäne,
Schwäne, leuchtend weiß und schön.
Sing, sing, was geschah?
Keiner ward mehr gesehn.

2. Wuchsen einst fünf junge Birken
Frisch und grün an Baches Rand.
Sing, sing, was geschah?
Keine in Blüte stand.

3. Zogen einst fünf junge Burschen
stolz und kühn zum Kampf hinaus.
Sing, sing, was geschah?
Keiner kehrt mehr nach Haus.

4. Wuchsen einst fünf junge Mädchen,
Schlank und schön am Memelstrand.
Sing, sing, was geschah?
Keine den Brautkranz wand.

Seit 1908 (Erstdruck) nachweisbar. Antikriegslied. In den Jahren der NS-Herrschaft wurde es ab 1935 nahezu vollständig aus dem gedruckten Liedrepertoire eliminiert.

Zum Tanze, da geht ein Mädel
Lenz

1. Zum Tanze, da geht ein Mädel mit güldenem Band:
Das schlingt sie dem Liebsten gar fest um die Hand.

2. „Mein herzallerliebstes Mädel, so lass mich doch los!
Ich lauf dir gewisslich auch so nicht davon.“

3. Kaum löset die schöne Jungfrau das güldene Band,
da war in den Wald schon der Bursche gerannt.

Melodie und Text: trad. (nach einem schwedischen Tanzlied), erste deutsche Fassung 1908

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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